„Alarm: Der Jugendfeuerwehr-Löschzug fährt…“

Bereits Ende Oktober veranstaltete die Jugendfeuerwehr Neureut ihren 24h-Dienst, der im zweijährigen Rhythmus stattfindet.

Der 24h-Dienst soll den Jugendlichen einen Einblick in das Wachgeschehen und den Schichtverlauf einer Feuerwache geben. Neben dem Abwickeln von Einsätzen und der praktischen und theoretischen Ausbildung waren die Kids mit Unterstützung ihrer Ausbilder zuständig für die verschiedenen Abläufe innerhalb der Wache. So mussten Küchendienste ebenso geleistet werden wie die Pflege der Geräte und die Reinigung des Feuerwehrhauses. Auch sportliche Inhalte standen auf dem Programm.

 Pünktlich um 8:00 Uhr begann der Dienst und nach kurzer Einteilung der Fahrzeuge und der jeweiligen Funktionen durch den Jugendfeuerwehrwart Patrick Hummel folgten theoretische Ausbildungen zu den Themen „Atemschutz“ und „Löschangriff“.
Gerade noch vertieft in die Ausbildung, ertönte erstmals der Alarmgong und das Einsatzfax informierte uns über einen Verkehrsunfall im Bereich der Straße „An der Wässerung“. Hier war ein Pkw auf einen auf dem Boden liegenden Steinbrocken aufgefahren und in dieser Folge auf diesem aufgesessen. Die im Fahrzeug befindliche Person wurde durch den Unfall eingeschlossen. Das Fahrzeug wurde durch die Besatzungen der Löschfahrzeuge gesichert und unterbaut; die betroffene Person konnte durch den Einsatz von Geräten zur einfachen technischen Hilfeleistung aus ihrem Auto befreit werden.

Nach einer kurzen Frühstücks- und Verschnaufpause im Feuerwehrhaus begann der erste Teil der praktischen Ausbildung im Bauhof, welche jedoch abrupt durch einen Einsatz an der Nordschule für den Mannschaftstransportwagen, die Drehleiter und das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug beendet wurde. Hierbei wurde dem eintreffenden Zugführer durch den anwesenden DRK-Hausnotruf eine hilflose Person im Dachgeschoss des Schulgebäudes gemeldet. Nach der Erstversorgung der Person (Übungspuppe), wurde diese durch die Jugendlichen mit dem Rettungstuch ins erste Obergeschoss und von dort von der Drehleiterbesatzung sicher zu Boden verbracht.

Nach so viel Arbeit am Vormittag kam die Mittagspause gerade recht; man stärkte sich gemeinsam mit einer großen Portion Spaghetti Bolognese, ehe der „Florian Leitstelle Neureut“ das Einsatzstichwort „Rauch aus Gebäude“ im Bereich der Sporthalle der Waldschule Neureut gemeldet wurde. Nach Aussage des Anrufers seien dort mehrere Personen vermisst. Die Personen und das Feuer konnten schnell aufgefunden und von den Besatzungen des Jugendfeuerwehr-Löschzuges gerettet bzw. gelöscht werden.

Für den Nachmittag waren praktische Ausbildungen wie das Aufbauen eines Löschangriffs sowie eine Unterweisung an der Drehleiter geplant. Ebenso wurden die Kids im Umgang mit den Tauchpumpen sowie dem I-Sauger zur Beseitigung von Wasserschäden geschult.

Noch vor dem Abendessen wurde die Drehleiter zu einem „schreienden Tier“ im Bereich des Hauptsammelkanals des Klärwerks auf den Plan gerufen. Dort saß ein Tier in ca. 15m Höhe fest und kam aus eigener Kraft nicht mehr vom Baum herunter. Die Drehleiterbesatzung brachte die Leiter in Stellung und konnte das Tier schnell aus seiner misslichen Lage befreien. Parallel zu diesem Einsatz fuhr das LF 10 zu einem Pkw-Brand im Bereich des Kompostplatzes und konnte dort nach dem Ablöschen eines kleineren Brandes im Bereich des Motorraumes eine Person aus dem Fahrzeug befreien und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes versorgen und betreuen.

Nachdem bereits zwei Fahrzeuge ausgerückt waren, dauerte es auch nicht lange, bis die Hilfe des HLF benötigt wurde. Durch die Besatzung wurde am Heidesee ein Papierkorb gelöscht und ein größerer Ast, der den Radweg blockierte, mit der Bügelsäge entfernt.

Die Mannschaft der Drehleiter rückte nach Abschluss der Tierrettung wieder ins Gerätehaus ein und musste dann als Besatzung des Schlauchwagens 2000 gemeinsam mit dem MTW einen Wasserschaden im Sanitärbereich des Sozialgebäudes im Bauhof Neureut beseitigen. Hier stand das Wasser durch einen Defekt am Eckventil der Wasserzuleitung einige Zentimeter hoch. Durch Einsatz des I-Saugers und einiger Wasserschieber konnte der Wasserschaden zügig behoben werden.

Nach einem Abendessen im Feuerwehrhaus ging die Wachbesatzung der Jugendfeuerwehr in die verdiente Freizeitbereitschaft über. Gemeinsam wurden Gesellschaftsspiele gespielt oder über den Ablauf der heutigen Einsätze gefachsimpelt.

Doch auch die Bereitschaftszeit musste unterbrochen werden, da das HLF und LF gegen 22:30 Uhr zu einer technischen Hilfeleistung an der Wertstoffstation Kirchfeld  ausrücken mussten.

Die Einsätze und Übungen den Tag über machten sich langsam bemerkbar; nach der Hilfeleistung und dem Herstellen der Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge fielen alle Kids zufrieden und müde ins Bett - bis um kurz nach Mitternacht der Alarmgong abermals ertönte und die Leitstelle die Einsatzkräfte in ein Kieswerk nach Neureut-Nord schickte. Dort brannten zwei kleinere Stapel Paletten, so dass die Jugendlichen nach dem Eintreffen des Löschzuges direkt mit der Brandbekämpfung beginnen mussten. Das benötigte Wasser für den Löschangriff aus mehreren Rohren wurde über die Tragkraftspritze des SW 2000 aus dem nahe liegenden Baggersee entnommen, die Besatzung der Drehleiter leuchtete die Einsatzstelle aus. Bereits nach kurzer Zeit hatten die Jugendlichen den Brand unter Kontrolle.

Nach dem Einrücken ins Feuerwehrhaus und dem Bestücken der Fahrzeuge fielen alle todmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen wurden nach einem Frühstück das Gerätehaus und die Fahrzeuge gereinigt und der Dienst pünktlich um 8:00 Uhr beendet.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die uns bei unserem 24h-Dienst unterstützt haben.

Ein großer Dank geht an das Übungsvorbereitungsteam mit Thomas Mischok, Mirco Mischok, Dirk Schelling, Karsten Grether, Jens Grether und Rainer Jachner. Das Team hatte sich bereits Wochen vor dem 24h-Dienst intensive Gedanken über mögliche Einsätze gemacht und spannende und abwechslungsreiche, aber vor allem jugendgerechte Szenarios entwickelt.

Ebenso ein herzlicher Dank an die Firma Schempp GmbH & Co. KG für das Bereitstellen ihres Betriebsgeländes für den „Nachteinsatz“ und die Versorgung mit Getränken während des Dienstes.

Falls es aufgrund unseres 24h-Dienstes zu Störungen der Nachbarschaft kam, so bitten wir um Entschuldigung und Nachsicht für unsere alle zwei Jahre stattfindende Aktion.

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